Aufbau und Arbeitsplan einer Hausarbeit

» Zuletzt aktualisiert: Mi, 10/28/2009 - 11:40 | Eingetragen: Mi, 07/29/2009 - 20:32

Überblick

1. Der Aufbau

 1.1 Das Deckblatt

 1.2 Das Inhaltsverzeichnis

 1.3 Die Einleitung und Forschungsdiskussion

 1.4 Der Hauptteil

 1.5 Das Fazit

 1.6 Das Literaturverzeichnis

 1.7 Zusammenfassung des Aufbaus

2. Der Arbeitsplan

 2.1 Das Finden des Themas

 2.2 Das Schreiben

 2.3 Die "Feinarbeit"

3. Lektüreempfehlung


1. Der Aufbau

Eine Hausarbeit ist die erste Arbeit nach wissenschaftlichen Kriterien, die ein Student schreibt. Das entscheidende Merkmal ist die Nachvollziehbarkeit und die Nachprüfbarkeit der Argumentation. Um das zu erfüllen, hat sie einen logischen Aufbau und enthält Verweise. In der Geschichtswissenschaft sind das die Fußnoten.

Jede Hausarbeit hat sechs feste Bestandteile, ganz egal in welchem Fach sie geschrieben wird:

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1.1. Das Deckblatt

Auf diesem steht zunächst der Titel der Arbeit samt eventuellem Untertitel. Links oben ist der Kopf mit den Angaben zur Universität und den Seminarangaben. Unten rechts fügt man seine eigenen Angaben hinzu. Wichtig sind neben dem Namen die Adresse, die Fächerangabe mit Semesterzahl und unbedingt das korrekte Abgabedatum. Die genauere Gestaltung des Deckblatts bleibt jedem selbst überlassen, sollte aber ansprechend aussehen. Zum Musterdeckblatt

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1.2. Das Inhaltsverzeichnis

Es verzeichnet nicht nur die einzelnen Kapitel der Hausarbeit mit Angabe der Seitenzahl, es ermöglicht dem Leser auch einen ersten Überblick über die Struktur und den logischen Aufbau der Arbeit. Die Gesamtargumentation einer gut strukturierten Arbeit spiegelt sich bereits in den Titeln der Einzelkapitel wider! Diese Struktur sollte dem Umfang der Arbeit angemessen sein. Eine Hausarbeit von 15 Seiten hat mehr als nur zwei Kapitel, aber es sollte vermieden werden, allzu viele Kapitel mit jeweils noch mehr Unterebenen einzuführen. Zum Musterinhaltsverzeichnis

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1.3. Die Einleitung und Forschungsdiskussion

Der erste eigentliche Textteil der Hausarbeit ist die Einleitung. Sie ist die Hinführung zum Thema. Sie erläutert zunächst die Wahl des Themas, gerne auch an einem sogenannten Aufhänger. Der Aufhänger bietet die Möglichkeit, auf interessante Weise besondere Umstände oder den besonderen Anlass der Themenwahl, oder ähnliche kurze Hinführungen zum Hauptthema zu bieten. Natürlich sollte er nicht zu weit hergeholt sein. Oftmals ist ein aussagekräftiges Zitat eine gute Möglichkeit, erste Neugier des Lesers auf das Thema zu wecken.

Aus dem Aufhänger geht die übergeordnete Fragestellung der Hausarbeit hervor. Die übergeordnete Fragestellung der Arbeit meint eine Hauptfrage, ein Hauptproblem oder eine Hauptthese zu formulieren: Wie ist das Thema eingegrenzt? Auf welche Aspekte konzentriert die Arbeit sich? Welche Quellen bilden die Grundlage? Mit welcher Methodik wird die Fragestellung zu beantworten versucht? Die folgende Untersuchung wird dann in den Kontext bisheriger Forschung eingebettet. An dieser Stelle oder in einem folgenden eigenen Kapitel sollte die Forschungsdiskussion einsetzen, die den bisherigen Forschungsstand, seine Hauptkontroversen und dessen wichtigsten Vertreter in Bezug auf die weitere Arbeit einführt. Insgesamt sollten nicht mehr als zwei Seiten für diese beiden Komplexe veranschlagt werden.

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1.4. Der Hauptteil

Der Hauptteil dient der Ausführung der untersuchten Fragestellung, ist in mehrere Kapitel unterteilt und bezieht Quellenarbeit/-kritik und erneute Forschungsdiskussion mit ein. Hier wird die eigentliche Arbeit geleistet. Diskussionen, die von Randinteresse sind, und im Regelfall auch wörtliche Zitate gehören in die Fußnoten unter dem Text. Wichtig ist es dabei, die Problemstellung der Arbeit immer im Blick zu behalten. Der Hauptteil sollte in logische Teile gegliedert, die Argumentation schlüssig sein.

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1.5. Das Fazit

Abgeschlossen wird der argumentative Teil mit dem Fazit, das idealerweise einen Bogen zur Einleitung schlägt und prägnant die Untersuchungsergebnisse zusammenfasst. Denkbar ist auch ein Ausblick auf weitere Untersuchungsmöglichkeiten. Der Umfang sollte in der Regel nicht mehr als eine Seite umfassen.

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1.6. Das Literaturverzeichnis

Beginnt jede Arbeit mit dem Deckblatt, so endet eine jede mit dem alphabetisch geordneten Literaturverzeichnis. In dieses gehören alle verwendeten Werke: Quellen, Sekundärliteratur und Hilfsmittel (jeweils separat aufgeführt). Es gilt: Alle verwendeten Werke werden in das Literaturverzeichnis aufgenommen, alle in das Literaturverzeichnis aufgenommenen Werke wurden verwendet!

Ganz zum Schluss kann ein Anhang folgen, in dem zum Beispiel Bild- oder Kartenmaterial, längere Quellen oder ähnliches aufgenommen werden können.

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1.7. Zusammenfassung des Aufbaus:

  • Einleitung  Was untersuche ich und warum? Welche Quellen bilden die Grundlage?
  • Forschungsdiskussion  Wer hat dazu schon etwas erforscht?
  • Hauptteil Welche Sachlage ergibt sich? Welche Erklärung gibt die Forschung hierzu? Welche Erklärung gebe ich selbst und warum? / Welcher Erklärung schließe ich mich an und warum?
  • Fazit Welches Ergebnis ist festzuhalten? Wo bleiben Fragen offen?

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2. Der Arbeitsplan

Für eine gut bearbeitete Hausarbeit sollte man vier, nicht weniger aber als drei Wochen einplanen. Ein gut durchdachter Arbeitsplan hilft dabei, nicht am Ende die Nacht vor Abgabeschluss durchschreiben zu müssen.

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2.1. Der erste Schritt: Das Finden des Themas

Der Rahmen ist meistens durch ein zuvor gehaltenes Referat vorgegeben. Man beginnt also mit dem unsystematischen Bibliographieren, um sich einen ersten Überblick über das Thema an sich zu verschaffen. Dazu dient eine Suche in den Katalogen der Bibliotheken oder ein Blick in die entsprechenden Handbücher. Nach diesem ersten Überblick sollte in Absprache mit dem Dozenten eine Fragestellung entwickelt werden, die auf der vorgegebenen Seitenzahl beantwortbar ist. Hat man auf diese Weise eine Fragestellung gefunden, die man in der Hausarbeit bearbeiten möchte, so kann man  mit dem systematischen Bibliographieren beginnen. Dem wiederum kann das unsystematische Schneeballsystem folgen, da man in der ersten Literatur Hinweise auf entscheidende weitere findet, die man vielleicht bislang übersehen hatte. Das Suchen der Literatur, vor allem aber das Lesen braucht Zeit. Es sollten Exzerpte gemacht werden, um Zitate oder relevante Stellen schnell wieder finden und zitieren zu können. Ist man schon geübt, dann kann dafür die erste von drei Wochen reichen, ansonsten sollte man dafür die ersten zwei von vier Wochen einplanen. Am Ende steht ein schematischer Aufbau (Gliederung) der Hausarbeit, der idealerweise dem Inhaltsverzeichnis entspricht. An diesem Gerüst kann man sich im Folgenden Stück für Stück abarbeiten.

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2.2. Der zweite und wesentliche Schritt: Das Schreiben

An diesem Schritt sollte man konsequent arbeiten, da eine erneute Einarbeitungsphase zu viel Zeit verbraucht. Hier wird die Literatur noch weiter bearbeitet, Zitate werden herausgesucht und eingebaut, der logische Aufbau der Arbeit ausformuliert. Nach einer Woche konzentrierten Arbeitens sollte eine schriftliche Rohfassung vorliegen.

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2.3. Der dritte und letzte Schritt: Die „Feinarbeit“

Die abschließende Arbeit besteht darin, die Rohfassung zu perfektionieren. Dieser Schritt ist nicht zu unterschätzen! Eine Woche ist auch hier schnell abgelaufen! In dieser Arbeitsphase vereinheitlicht und vervollständigt man die Fußnoten, legt Deckblatt, Inhalts- und Literaturverzeichnis und den Anhang an. Wichtig sind ein einheitliches Layout und ein möglichst fehlerfreies Schriftbild. Um dieses zu erreichen und die Logik der Argumentation sowie den Schreibstil zu prüfen, ist es hilfreich, die Arbeit einem vertrauenswürdigen Menschen zum Gegenlesen zu geben. Manchmal sieht man Dinge nicht mehr, die erst ein anderer entdeckt. Die Korrekturphasen brauchen lange, gerade auch Fragen des Layouts, aber sie lohnen sich in jedem Fall!

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3. Lektüreempfehlung

  •  Freytag/Piereth: Kursbuch Geschichte, v. a. Kapitel 9 und 10.

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