Referat und Präsentationstechniken

» Zuletzt aktualisiert: Mi, 10/28/2009 - 11:37 | Eingetragen: So, 08/02/2009 - 16:58

Überblick

1. Vorüberlegungen und Ziel

2. Vorbereitung

3. Mediale Unterstützung

4. Vortrag

5. Feedback nehmen - Feedback geben

6. Lektüreempfehlung


Jeder Student wird in seinem Studium zahlreiche Referate halten müssen. Dieser Artikel soll Anregungen zur Vorbereitung eines Referats geben. Außerdem soll der Frage nachgegangen werden, welche Punkte zusammen mit dem Inhalt ein gutes Referat ausmachen können.

1. Vorüberlegungen und Ziel eines Referats

a) Um ein gutes Referat halten zu können, muss man sich am Anfang zuerst die Frage stellen, zu welchem Zweck das Referat gehalten wird, und welche Rolle es innerhalb der Sitzung spielen soll. Die Bandbreite von fünf-minütigen Impulsreferaten bis hin zu Sitzungsgestaltungen ist dabei groß. Deshalb sollte man vor dem Referat unbedingt mit dem Dozent besprechen, welche Erwartungen er an das Referat hat, und welche inhaltlichen Punkte er gerne behandelt haben möchte. Eine prägnante Fragestellung ist notwendig, um das Thema zu erfassen.

 

b) Im besten Fall dient ein Referat dazu, eine Diskussion im Plenum anzustoßen. Dafür müssen im Referat selbst die grundlegenden Informationen vermittelt und am Ende mithilfe von aufgestellten Thesen die Diskussion eingeleitet werden. Dabei ist es wichtig, dass der Referent als Experte für sein Thema nicht versucht, sein ganzes Wissen im Referat unterzubringen, sondern die für die Fragestellung wichtigsten Punkte herausarbeitet.

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2. Vorbereitung

a) Genau wie später bei der Hausarbeit sollte auch das Referat eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss haben. Dabei sollte in der Einleitung kurz die Fragestellung vorgestellt werden und eine Hinführung zum Thema erfolgen. Im Hauptteil sollte dann das Thema klar strukturiert und beschränkt auf die wichtigsten Punkte vorgetragen werden. Am Ende sollte eine Zusammenfassung stehen und eventuell eine weiterführende Frage für die Diskussion formuliert werden.

 

b) Das Vortragsskript sollte je nach eigener Präferenz gewählt werden. Ob man sich nun dafür entscheidet, einen ausformulierten Fließtext zu verfassen, nur den Anfang und den Schluss auszuformulieren oder sich nur auf Stichwortkarten zu beschränken, bleibt dem Referenten überlassen. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass z. B. Kärtchen oder Notizzettel nummeriert sind, um so den Überblick zu behalten. Außerdem sollten die Zettel oder Kärtchen kein zu großes Format haben.

 

c) Das Thesenpapier dient der Ergebnissicherung. Die Zuhörer können dem Vortrag besser folgen und sich im späteren Verlauf des Semesters mit dessen Hilfe auf die Prüfungen vorbereiten. Formal sollten einige Dinge beachtet werden. Neben dem Referatskopf [Beispiel für einen Referatskopf] sollte das Thema des Referats und eine klare Gliederung aufgeführt sein.

Neben diesen Dingen sollten außerdem die Kernaussagen, Erklärungen für wichtige Fachbegriffe, mögliche Thesen für eine spätere Diskussion und die wichtigsten Literaturhinweise auf dem Thesenpapier stehen.

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3. Mediale Unterstützung

a) Bereits während der Vorbereitungsphase sollte man sich über die Frage der medialen Unterstützung Gedanken machen. Einerseits ist dies notwendig, weil Vortrag und Medium aufeinander abgestimmt sein sollten, und andererseits muss vor dem Vortrag noch die Organisation der Medien abgeklärt werden. Overhead-Projektoren sind bei der Aufsicht im Glaskasten (2. OG) ausleihbar oder stehen in den Seminarräumen bereits zu Verfügung. Wandkarten und Beamer müssen meist über die jeweiligen Abteilungen und Institute bestellt werden. Da im Hegelbau nur eine begrenzte Anzahl von Geräten zur Verfügung steht, sollte man sich lieber früh genug ein Gerät bestellen, um am Referatstermin nicht ohne Beamer oder OHP dazustehen.

 

b) In die Überlegungen über den Medieneinsatz sollte auf jeden Fall die Frage der Verhältnismäßigkeit einbezogen werden. So ist es für ein einführendes Kurzreferat nicht unbedingt nötig, eine Power-Point-Präsentation zu erstellen, die am Ende nur ein bis zwei Folien hat. Allgemein gilt, dass Medien den Vortrag lediglich unterstützen und nicht von diesem ablenken sollen. Deshalb sollte auf spektakuläre Spezialeffekte in der Präsentation möglichst verzichtet werden.

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4. Vortrag

a) Da in diesem Rahmen keine Einführung in die allgemeine Rhetorik gegeben werden soll und kann, beschränken wir uns auf einige Hinweise, jedoch sei auf die weiterführenden Literaturhinweise am Ende des Artikels verwiesen.

 

b) Auf folgende fünf Dinge sollte man bei einer Rede bzw. einem Vortrag stets achten:

  • Blickkontakt („Ohne Blickkontakt kein Respekt“)
  • Stimme („Stimme macht Stimmung“)
  • Gestik/ Mimik („Gestik unterstützt unseren Sprachrhythmus“)
  • Pausen („Pausen sind Wirkungsaspekte“)
  • Körperhaltung („Aufrecht wirkt aufrichtig“)

 

Vor dem eigentlichen Vortrag sollte man sich oder jemand anderem sein Konzept laut vorsprechen. Soll der Vortrag dabei ungefähr 15 min. dauern, so sollte man beim Vorsprechen höchstens 12 min. benötigen. Bei einem Fließtext gilt die Faustregel: Für eine Seite benötigt man etwa dreieinhalb Minuten.

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5. Feedback geben – Feedback nehmen

Nach einem Referat ist es meist hilfreich und sinnvoll, eine kurze Rückmeldung zu bekommen. Dabei muss diese nicht immer nur vom Dozenten ausgehen, sondern kann auch von der Seminargruppe oder einzelnen Teilnehmern gegeben werden. Hier einige Tipps für gutes Feedback:

 

a) Feedback geben

  • immer in „Ich-Botschaften“ sprechen
  • Formulierungen wie „man“ oder „wir“ vermeiden
  • keine Verallgemeinerungen
  • möglichst genau und konkret kritisieren (am besten mit einem Bsp.)
  • Feedback zeitlich nah geben
  • nicht ungefragt Feedback geben
  • keine verletzenden Äußerungen geben
  • sowohl positive als auch negative Dinge ansprechen

b) Feedback nehmen

  • Bereitschaft zur Annahme der Kritik
  • sich bewusst sein, dass die anderen Teilnehmer helfen wollen

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6. Lektüreempfehlung

  • Bartsch, Tim-C./ Rex, Bernd F.: Rede im Studium: Eine Einführung, Paderborn 2008.
  • Presler, Gerd/ Döhmann, Jürgen: Referate schreiben – Referate halten: Ein Ratgeber, 2. durchg. Aufl., München 2004.
  • Nils Freytag/Wolfgang Piereth: Kursbuch Geschichte. Tipps und Regeln für wissenschaftliches Arbeiten, Paderborn u.a. 2004.
  • Jordan, Stefan: Einführung in das Geschichtsstudium, Stuttgart 2005.
  • Portal „Geschichte online“ der Universität Wien. Zur Seite

 

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